Jobsuche per Roboter - so verändert sich der Bewerbungsprozess | FAIN

Jobsuche per Roboter: © iStock/YakobchukOlena

Die Digitalisierung im Bewerbungsverfahren führt dazu, diese verstärkt online abzuwickeln. Dies reicht vom Austausch von Bewerbungsunterlagen bis hin zur Präsentation von Unternehmen als Arbeitgeber im Netz. Dabei wurde nicht nur das Recruiting digitalisiert. Die digitale Bewerbung findet auf der Grundlage struktureller Veränderungen statt. Die Jobsuche per Roboter eröffnet interessante Perspektiven aus Sicht von Personalern und Bewerbern.

Ein veränderter Arbeitsmarkt

Die digitale Bewerbung bildet nicht nur den Ausdruck technischer Weiterentwicklung. Mit ihr gehen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt einher. Grund ist der steigende Bedarf an Fachkräften mit einer in vielen Branchen vorhandenen Kluft zum vorhandenen Nachwuchs. Dies verändert vielfach das Verhältnis von Arbeitgebern und Jobsuchenden. Wo sich vielerorts Bewerber um die passenden Stellen bemühen und sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten mussten, müssen Unternehmen nun um die besten Bewerber kämpfen. Im Zuge dieser Konkurrenz ist die digitale Bewerbung ein Instrument, um in diesem Wettbewerb zu bestehen. Denn ein Faktor spielt eine wesentliche Rolle – die Zeit. Im Bewerbungsprozess kommt es auf schnelle Reaktionszeiten an. In vielen Branchen sind Bewerber nicht gewillt, bei einer Bewerbung länger auf eine Rückmeldung zu warten. Für Unternehmen besteht das Risiko, dass sich geeignete Kandidaten der Konkurrenz zuwenden. Die Jobsuche per Roboter erlaubt es diesen zudem, in kurzer Zeit eine größere Auswahl passender Stellenangebote zu finden. Für eine dementsprechend erforderliche schnelle Abwicklung vom Recruiting stellt die digitale Bewerbung ein unverzichtbares Instrument dar. Sie ist zugleich Ausdruck einer veränderten Erwartungshaltung seitens von Jobsuchenden. Wer an digitale Dienstleistungen und die damit verbundenen Angebote sowie sofortige Informationen gewöhnt ist, überträgt dies auch auf die Jobsuche.

Bewerbung digital – Flexibilität und Mobilität bei der Jobsuche

Die Jobsuche per Roboter bedeutet gleichzeitig Flexibilität beim digitalen Gebrauch. So nutzen Jobsuchende beispielsweise verstärkt ihre Smartphones, um Stellenangebote einzusehen. Mobilität und Zeit spielen eine wesentliche Rolle. Stellenausschreibungen lassen sich überall, auch innerhalb eines geringen Zeitfensters, abrufen. Zudem sehen Bewerber sofort, ob von Recruitern Rückmeldungen eingegangen sind. Dass Jobsuchende Stellenausschreibungen und Unternehmensprofile über verschiedene Kanäle einsehen, bringt Unternehmen in Zugzwang. Es geht nicht mehr nur darum, mit gut formulierten Stellenangeboten passende Bewerber über die Jobsuche per Roboter anzusprechen. Unternehmen müssen ihre Stellenausschreibungen an die unterschiedlichen digitalen Kanäle anpassen. Ein Stellenangebot sieht auf dem Mobiltelefon anders aus als auf dem Computer. Zudem gilt es, die Aufmerksamkeitsspanne von Jobsuchenden zu berücksichtigen. Es geht darum, potenziellen Bewerbern alle wichtigen Informationen übersichtlich und mit geringem Zeitaufwand verbunden zu vermitteln. Dafür müssen diese zunächst in der Lage sein, ein Unternehmen über die Jobsuche per Roboter leicht zu finden. Stimmen Auffindbarkeit und Stellenausschreibung, folgt ein weiterer Faktor – die Kontaktaufnahme. Unternehmen müssen diese für Bewerber einfach gestalten. Dazu gehört, dass sie über verschiedene Endgeräte beziehungsweise mobil möglich ist. Ein Unternehmen, das es versteht, den Bedürfnissen von Jobsuchenden auf digitaler Ebene entgegenzukommen, sichert sich wichtige Vorteile.

Jobsuche per Roboter: Recruiting Software und Employer Branding

Für Unternehmen genügt es nicht mehr, lediglich Stellenanzeigen zu schalten. Die gesamte Selbstdarstellung und das Unternehmen selbst wirken sich auf die digitale Bewerbung aus. Ein Unternehmen sieht sich verschiedenen Herausforderungen beziehungsweise Fragen gegenüber. Dazu gehören: - Wie lassen sich neue Mitarbeiter finden? - Wie filtern wir passende Kandidaten aus der Masse der Bewerber? - Welche individuellen Vorzüge bieten wir als Arbeitgeber und wie lassen sich diese an Jobsuchende vermitteln? - Portfolio des Unternehmens formulieren: Wer sind wir? Wofür stehen wir? - Wie halten wir bestehende Mitarbeiter und wie gewinnen wir neue?
Diese Liste ließe sich noch um individuelle Aspekte erweitern. Im Kern geht es um die Selbstdarstellung eines Unternehmens und wie sich diese beim Recruiting nutzen lässt. Einen Lösungsansatz bietet moderne Recruiting-Software. Mit ihr können Unternehmen Recruitingprozesse aus einer Hand abwickeln. Hierüber lassen sich beispielsweise Stellenangebote organisieren und an der Selbstdarstellung des Unternehmens feilen. Dabei spielt das Thema Employer Branding eine wichtige Rolle. Dabei geht es um eine aus dem Marketing stammende Maßnahme, ein Unternehmen als attraktive Arbeitgebermarke darzustellen. Das Ziel ist es, positiv aus der Masse hervorzustechen und damit letztlich neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Die digitale Bewerbung steht damit in engem Zusammenhang, denn diese erfolgt auf der Grundlage einer erfolgreichen Selbstdarstellung. Für diese bedarf es mehr als nur gut formulierte und ansprechende Stellenausschreibungen. Unternehmen müssen sich, entsprechend ihrer Zielgruppe, verschiedene Kanäle zunutze machen. Dazu gehören beispielsweise Stellenportale oder Social Media wie Twitter oder Facebook. Präsenz zeigen und sichtbar sowie aktuell bleiben bilden dabei die Herausforderungen. Jobsuchende erhalten so neben der Jobsuche per Roboter die Gelegenheit, auf verschiedenen Wegen Informationen und Neuigkeiten über Unternehmen abzurufen.

Zukunftstrends – die digitale Bewerbung mit einem Klick

Die One-Klick-Bewerbung stellt einen noch nicht weitverbreiteten, doch bereits vorhandenen Zukunftstrend im Bewerbungsprozess dar. Bewerber erhalten hierbei die Möglichkeit, ihre Bewerbungsunterlagen mit nur einem Klick an potenzielle künftige Arbeitgeber weiterzureichen. Dies ist beispielsweise möglich, wenn beide Parteien über das gleiche Karrierenetzwerk registriert sind. Die Jobsuche per Roboter und die digitale Bewerbung könnten sich daher in Zukunft noch mehr beschleunigen. Unternehmen sehen sich daher im Zuge der Digitalisierung künftig weiteren Aufgaben gegenüber. Trends wie die One-Klick-Bewerbung sehen viele eher kritisch. Die Besorgnis richtet sich besonders darauf, dass dieses Verfahren zu standardisierten Bewerbungen führen könnte. Fehlende Individualität und eine mögliche Masse an mehrheitlich unpassenden Bewerbern sind wichtige Aspekte bei diesen Überlegungen. Die Jobsuche per Roboter und die digitale Bewerbung halten daher für die Zukunft spannende Herausforderungen bereit.

 

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