Digitale Weiterbildung – wie die Digitalisierung Lernen beeinflusst

Die Digitalisierung steigert den Bedarf an Weiterbildungen. Die Arbeitsprozesse werden digitaler, sodass Arbeitnehmer in diese integriert werden müssen.

Digitale Weiterbildung – wie die Digitalisierung das Lernen beeinflusst

Durch die Digitalisierung steigt auch der Bedarf an Fort- und Weiterbildungen, da neue Kompetenzen und Fähigkeiten erlernt werden müssen – weshalb es sich für Unternehmen besonders lohnt, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Die Wirtschaft digitalisiert ihre Arbeitsprozesse zunehmend, sodass auch die Arbeitnehmer in das digitalisierte Arbeitsumfeld integriert werden müssen. Jedoch fordert die Digitalisierung nicht nur neue Weiterbildungsinhalte, sondern bietet gleichzeitig auch neue Lernmöglichkeiten – darunter auch betriebliche Umschulungen, von denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren können. Digitale Weiterbildung sollte daher das Kernthema in der Unternehmensstrategie sein und fest in die Unternehmensplanung verankert werden – und der Bedarf ist groß, denn mehr als jeder zweite Deutsche bildet sich inzwischen weiter

Kompetenzmanagement zur nachhaltigen Etablierung digitaler Weiterbildungsstrategien

Eine wichtige Grundlage für digitale Weiterbildung ist eine frühzeitige und umfassende Einbindung aller Akteure (Beschäftigte, Betriebsräte, Personalabteilung, Fachabteilung, Finanzen) – wie das über Personalentwicklung durch IHK-Weiterbildungen gezielt gelingen kann, erklären wir in einem eigenen Ratgeber. Hierfür bilden Betriebsregeln eine gute Grundlage, wie Reglungen zu Ansprüchen, Umfang und Organisation. Im nächsten Schritt sollte ein systematisches und nachhaltiges Kompetenzmanagement etabliert werden. Das Installieren von Arbeitsplatz-integrierten Assistenzsystemen kann individuelles Lernen direkt am Arbeitsplatz, quasi "on the job" fördern. Zugleich unterstützt dies Arbeitsprozess-integriertes Lernen "on demand" ohne dass sich Mitarbeiter dem sozialen Druck ausgesetzt fühlen müssen. Eine interaktive Vermittlung von Lerninhalten, wie Lernspiele oder Lernsimulationen, bietet potenziell die Möglichkeit auch Personengruppen mit der Weiterbildung zu erreichen, die sonst nur schwer für klassische Lernmethoden zu gewinnen sind.

Des Weiteren ist eine Förderung von Schlüsselkompetenzen wichtig. Hier ist zentral, dass Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam an Lösungen arbeiten können. Dies ist durch die Beschleunigung in Entwicklung und Produktion von Gütern und Dienstleistungen notwendig. 

Eine fortschreitende Digitalisierung und die Beschäftigungsentwicklung muss sich nicht zwangsläufig negativ beeinflussen – zumal das Qualifizierungschancengesetz Unternehmen dabei unterstützt, ihre Mitarbeiter gezielt weiterzubilden. Vielmehr fördert sie zum Teil auch Arbeitsplätze. Durch die Digitalisierung kommt es zu einem veränderten Bedarf an Weiterbildungsmaßnahmen. Vor allem IT-Kompetenzen sind nun gefragter, denn je – was das konkret für Lehrinhalte bedeutet, zeigen wir in unserem Artikel zu Industrie 4.0 und seinen Auswirkungen auf Vorlesungen. Aber auch Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, sowie Selbstständigkeit und Planungskompetenz werden zunehmend wichtiger.

Digitales Lernen - die meisten Unternehmen setzen darauf

Die Digitalisierung und Weiterbildung beeinflussen sich gegenseitig, da die Digitalisierung neue Anforderungen mit sich bringt, die den Mitarbeitern durch digitale Weiterbildung näher gebracht werden müssen. Der Weiterbildungsbedarf korreliert hierbei mit dem Digitalisierungsgrad des Unternehmens, wobei der Einfluss der industriellen Digitalisierung auf die Weiterbildung noch deutlich weitreichender ist. Zudem beeinflussen sich diese beiden Faktoren auch dahingehend, dass neue digitale Lernmethoden zur Verfügung stehen.

Bei den Lernmaterialien stellen laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft zirka 80% der Unternehmen elektronische Bedienungsanleitungen und Literatur zur Verfügung. Auch multimedial Inhalte, wie Lernvideos, Podcasts, und webbasiertes Lernen sind schon vielfach im Einsatz. Zudem nutzt man mobile Endgeräte und programmierbare Drucker bzw. fachspezifische Software oder 3D-Drucker.

Digitale Lernmöglichkeiten werden deshalb gern genutzt, da sie sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen und sowohl zeitlich, wie auch räumlich flexibel einsetzbar sind. Zudem lassen sie sich einfach an den individuellen Bedarf der Mitarbeiter anpassen und man kann den Lernfortschritt besser messbar machen. 

Eine weitere Möglichkeit, die die Digitalisierung für die Weiterbildung bietet, ist es virtuelle Lernplattformen zu schaffen. So kann externes Expertenwissen noch effizienter genutzt werden, in dem man virtuelle Lernplattformen integriert. Dies bietet auch unternehmensintern die Möglichkeit, dass Mitarbeiter von anderen Mitarbeitern lernen können, in dem sie beispielsweise eine Schulung als Videotutorial aufnehmen und so jedem frei zur Verfügung stellen. Langfristig spart dies auch kosten, da nicht jeder neue Mitarbeiter eine extra Schulung bekommen muss. Jedoch sollte man bedenken, dass auch aufgezeichnete Schulungen regelmäßig aktualisiert werden müssen.

Daher ist es wichtig, dass sich Unternehmen stets auf dem Laufenden halten – zumal sich auch die Jobsuche durch Algorithmen und digitale Prozesse grundlegend verändert hat, was die neuesten Entwicklungen und Trends bei der Digitalisierung im entsprechenden Unternehmensbereich sind. Somit können sich die Mitarbeiter frühzeitig, durch den Einsatz u.a. von digitalen Weiterbildungsmaßnahmen, optimal auf die Anforderungen im Arbeitsalltag vorbereitet werden – ein Gedanke, der eng mit dem Konzept des lebenslangen Lernens zusammenhängt.